Der Glaube an die gesundheitlichen Vorteile des Fleischkonsums, insbesondere bezüglich Omega-Fettsäuren und Vitamin B12, hält sich hartnäckig. Jedoch ist die wissenschaftliche Evidenz hierzu eindeutig. Karnivoren müssen nun möglicherweise ihre Überzeugungen überdenken.

Diese Kombination aus Fleisch, Wurst und Speck ist sicher nicht die gesündeste.
Vegetarier und Veganer stehen oft vor Rechtfertigungen ihrer Ernährungsweise, sei es auf Partys oder im Kreis der Familie. Immer wieder wird die Frage gestellt, ob eine fleischlose Ernährung nicht ungesund sei und ob es dem Körper an wichtigen Nährstoffen wie Omega-Fettsäuren und Vitamin B12 fehlt. Kann eine langfristig vegetarische Ernährung wirklich gesund sein?
Wissenschaftlerinnen beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit dieser Frage, und die eindeutige Antwort lautet: Ja. Man müsste sogar den Spieß umdrehen und künftig alle Fleischesser fragen: Sind Sie sicher, dass das Essen von Fleisch langfristig wirklich gesund sein kann?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat kürzlich empfohlen, dass die Deutschen höchstens 300 Gramm Fleisch pro Woche essen sollten. Das entspricht beispielsweise einer Portion Sonntagsbraten und zwei Schinkenbroten. Das ist deutlich weniger als bisher üblich, denn derzeit konsumieren die Menschen in Deutschland im Durchschnitt pro Woche ein Kilo Fleisch. Wenn man berücksichtigt, dass zwölf Prozent der Bevölkerung kein Fleisch essen und weitere 29 Prozent als Flexitarier nur sehr wenig, wird deutlich, dass die verbleibenden deutschen Durchschnittsfleischesser sogar deutlich mehr als ein Kilo Fleisch innerhalb einer Woche konsumieren.
Der typische deutsche Allesfresser (Omnivore) kann wie folgt definiert werden: Er oder sie isst morgens Schinken, mittags Schnitzel, Braten, Gulasch und abends Salami, wobei Gemüse nur als Beilage betrachtet wird. Was würde in seinem oder ihrem Körper passieren, wenn er oder sie plötzlich kein Fleisch mehr äße? Kann man das messen, im Blut, im Darm? Steigt die Lebenserwartung oder droht im Gegenteil Mangelernährung? Die Wissenschaft kann dazu einiges sagen, denn in den vergangenen Jahren wurde weltweit ein umfangreiches Wissensfundament zusammengetragen, auf das einige der nun zitierten Studien zur neuen Empfehlung der DGE zurückgreifen.
Bereits in den ersten Wochen würde sich bei unserem Neuvegetarier wahrscheinlich eine Verbesserung wichtiger Blutwerte zeigen: Zum Beispiel würde sich die Konzentration von LD-Lipoprotein, auch bekannt als das „schlechte“ Cholesterin, im Blut verringern. Ein hoher Gehalt dieses Lipoproteins kann zu Ablagerungen in den Arterien führen, was langfristig Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt. Auch der Insulinspiegel würde wahrscheinlich auf ein gesundes Niveau sinken, was das Risiko für Diabetes reduzieren würde. Zudem könnte man innerhalb weniger Wochen durchaus einige Kilogramm an Gewicht verlieren.
Das legt ein Ernährungsexperiment nahe, das Wissenschaftler der University of Stanford in Kalifornien im Jahr 2022 durchführten. Sie teilten 22 eineiige Zwillingspaare in zwei Gruppen auf. Die eine Hälfte stellte ihre Ernährung auf gesunde Pflanzenkost um, ergänzt um Fleisch in verschiedenen Formen. Die andere Hälfte erhielt die gleiche Ernährung, ersetzte jedoch das Fleisch durch pflanzliche Proteinquellen wie Hülsenfrüchte und Nüsse, und lebte somit vegan. Bereits nach vier Wochen wiesen die Teilnehmer der zweiten, veganen Gruppe bessere Blutwerte auf als die Fleischesser, nach acht Wochen sogar deutlich verbesserte Werte. Dieser Effekt lässt sich nur durch den Verzicht auf Fleisch erklären. An den genetischen Unterschieden kann es kaum liegen, da eineiige Zwillinge in dieser Hinsicht identisch sind. Zudem ähnelten sich die Zwillinge auch in anderen Lebensstilfaktoren: Sie betrieben in etwa den gleichen Sport, tranken und aßen – abgesehen vom Fleisch – exakt das Gleiche.
Zurück zum Neuvegetarier: Durch eine Umstellung seiner Ernährung würden sich wahrscheinlich auch für die Epithelzellen in seinem Darm recht bald positive Veränderungen zeigen. Der grundlegende Zusammenhang dahinter ist schon fast ein halbes Jahrhundert alt: Im Jahr 1975 konnten Wissenschaftler erstmals zeigen, dass Menschen, die viel rotes Fleisch essen – also Muskelfleisch von Säugetieren wie Rindern, Schweinen oder Lämmern – häufiger Darmkrebs entwickeln. Allerdings handelte es sich damals um eine rein statistische Beobachtung, und die Erkenntnis war noch nicht gesichert, da mögliche körperliche Mechanismen unbekannt waren. Dies änderte sich im Jahr 1996, als die britische Ernährungsforscherin Sheila Bingham von der Universität Cambridge und ihr Team eine wichtige Spur entdeckten: Sie ließen Probanden über einen Zeitraum von neun Wochen verschiedene Mengen an Schweine-, Hühner- und Rindfleisch essen, bis sich die Portionen auf stattliche 600 Gramm täglich summierten.
Je mehr Fleisch konsumiert wurde, desto höher war der Anteil an Nitrosoverbindungen im Stuhl. Diese Verbindungen, insbesondere Nitrosamine, sind bereits für ihre krebserregende Wirkung bekannt. Die Konzentration der starken Fleischesser steigerte sich um das Vierfache.
Die Stoffe im Fleisch sind kaum vorhanden, bilden sich jedoch im Körper. Der hohe Eisengehalt im roten Fleisch führt wahrscheinlich zur Bildung krebserregender Nitrosamine. Dies liegt an der speziellen Art und Weise, wie Eisen im Hämoglobin und Myoglobin der roten Blutkörperchen eingebaut ist. Nur in dieser Bindung kann es die Kettenreaktion auslösen.
Ein Jahrzehnt später beteiligte sich Sheila Bingham an der Erforschung eines weiteren Teils des Puzzles: Es war bekannt, dass Nitrosoverbindungen die DNA in menschlichen Zellen an Stellen schädigen können, die der Körper nur schwer reparieren kann. Dadurch wird das Risiko von Mutationen und folglich von Krebs erhöht. Tatsächlich konnte Bingham im Jahr 2006 zeigen, dass diese Verbindungen auch die sogenannten Darmepithelzellen beeinflussen. Diese Zellen bilden die äußerste Schicht des Darms und stehen somit ständig in Kontakt mit der verdauten Nahrung. Sie werden kontinuierlich neu gebildet und ausgeschieden. Menschen, die – im Rahmen der Studie – viel Fleisch konsumierten, wiesen im Vergleich zu Personen mit pflanzlicher Ernährung in mehr als doppelt so vielen der ausgeschiedenen Epithelzellen DNA-Schäden auf. Diese Schäden entstehen typischerweise durch Nitrosoverbindungen, die erst im Körper gebildet werden, beispielsweise durch den Verzehr von Fleisch.
Umgekehrt könnte man argumentieren: Wer Vegetarier wird, verringert das Risiko geschädigter Epithelzellen.
Pablo Steinberg geht bei dieser Schlussfolgerung streng wissenschaftlich betrachtet nicht ganz mit, da die Studie nicht untersucht hat, was passiert, wenn man aufhört, Fleisch zu essen. Steinberg, ein Ernährungstoxikologe, der seit Jahrzehnten zur Entstehung von Darmkrebs forscht und Präsident des Max Rubner-Instituts ist, dem Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, hat außerdem argentinische Wurzeln, wo Grillen beliebt ist. „Verkohlen Sie das Fleisch nicht zu sehr“, sagt Steinberg. Denn dabei entstehen heterozyklische aromatische Amine und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Das mag kryptisch klingen, sollte aber vermieden werden, da es das Risiko für Darmkrebs erhöht.
Hier geht es eigentlich nicht um diese Stoffe, denn Fleisch sollte in jedem Fall vorsichtig genossen werden, unabhängig von der Grillstufe. Steinberg erläuterte die bisherigen Studien zur Verringerung des Darmkrebsrisikos durch fleischlose Ernährung. Der Zusammenhang zwischen Krebsentstehung und verschiedenen Faktoren wie Genen, Lebensstil, Bewegungsmangel, Stress und Ernährung ist komplex. DNA-Schäden allein führen wahrscheinlich nicht zu Krebs, da der Körper diese reparieren kann. Und jemand, der zwar vegetarisch isst, aber gleichzeitig ständig Zuckerlimonade trinkt und Sahnetorte isst, lebt kein bisschen gesünder. Vegetarismus allein bringt keine gesundheitlichen Vorteile. Das Risiko für Darmkrebs steigt mit dem Alter und entwickelt sich über Jahrzehnte.

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WHO stuft verarbeitetes Fleisch seit 2015 als krebserregend ein, während rotes Fleisch als wahrscheinlich krebserregend gilt. Laut Steinberg ist der genaue kausale Mechanismus, wie Fleischkonsum Krebs im menschlichen Körper verursacht, immer noch unvollständig. Ein wichtiger Hinweis liefert eine aktuelle Mäusestudie, an der auch Steinberg beteiligt war. Jedoch ist Vorsicht geboten, da die Übertragbarkeit auf den Menschen nicht gewährleistet ist. Forschende fütterten zwei Mäusegruppen: Eine erhielt Eisen aus Pflanzen, während die andere Eisen in Form von tierischen Proteinkomplexen, die rotes Fleisch rot machen, zu sich nahm. Die zweite Gruppe entwickelte häufiger Entzündungen im Darm als die Veggie-Mäuse. Herde entstehen, wenn Immunzellen Zellen mit DNA-Schäden eliminieren. Bingham zeigte, dass solche Schäden durch Fleischkonsum häufig vorkommen. Krebs kann durch Schäden und Entzündungen verursacht werden.
Was im Laufe der Jahre passiert
Bisher wurden in diesem Text Studien diskutiert, in denen kleine Gruppen von Menschen oder Mäusen sehr kontrolliert und definiert unterschiedlich ernährt wurden. Diese Studien legen nahe, dass der Konsum von Fleisch die Risiken für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erhöht – und dass es für einen Neuvegetarier gesundheitsförderlich sein könnte, auf Fleisch zu verzichten. Doch wie klar sind diese Zusammenhänge wirklich? Und wie entscheidend ist die Menge? Was passiert, wenn man sich zumindest ab und zu einen Sonntagsbraten gönnt oder weiterhin Huhn und Fisch isst – was beides nicht unter das Label „rotes Fleisch“ fällt?
In den 2020er-Jahren haben neue Erkenntnisse zu diesen Fragen beigetragen, insbesondere aus epidemiologischen Studien, die Daten über große Bevölkerungsgruppen auswerten. Ein herausragendes Beispiel dafür ist die UK Biobank in Großbritannien, die von der BBC einst als wahren Goldschatz an Daten bezeichnet wurde. Dort wurden mehr als eine halbe Million Menschen im Alter von 40 bis 69 Jahren zwischen 2006 und 2010 erfasst, und ihre Speichel-, Urin- und Blutproben wurden langfristig eingelagert. Seit über einem Jahrzehnt füllen diese Teilnehmer regelmäßig Fragebögen zu ihren Essgewohnheiten und Lebensumständen aus, ihre genetischen Informationen sind bekannt, und es gibt regelmäßige Folgeuntersuchungen. Tausende von ihnen haben seitdem Krebs entwickelt oder Diabetes Typ 2 bekommen. Dank der umfangreichen Daten der UK Biobank ist es möglich, ziemlich genau zu untersuchen, welche Rolle die Ernährung dabei spielt, andere Einflussfaktoren wie Bewegung, Alkoholkonsum oder Rauchen herauszurechnen und den spezifischen Einfluss von Fleisch zu isolieren.
Tilman Kühn, Professor für öffentliche Gesundheit und Ernährung in Wien, wurde von einigen Ergebnissen der Studie ziemlich überrascht. Gemeinsam mit einem internationalen Team wertete er den Datenschatz der UK Biobank aus. Eine Studie von Ende 2023 ergab, dass eine überwiegend pflanzliche Ernährung, mit gelegentlichem Fleischverzehr, das Risiko für Diabetes Typ 2 um 24 Prozent senkt. Personen, die sich dieser Ernährungsweise widmeten, wiesen im Vergleich zu Vielfleischessern bessere Leber- und Nierenwerte auf sowie niedrigere Entzündungsmarker im Blut.
Auch eine zweite Studie, an der Kühn beteiligt war, ergab positive Ergebnisse für diejenigen, die sich überwiegend pflanzlich ernährten: Über einen Beobachtungszeitraum von etwa zehn Jahren hatten gesundheitsbewusste Pflanzenesser eine um sieben Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken. In Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen war das Risiko um acht Prozent reduziert, und es gab eine 14-prozentige Verringerung der Chance auf Schlaganfälle sowie eine 16-prozentige Verringerung des Risikos für Herzinfarkte. Insgesamt war die Sterblichkeit um 16 Prozent niedriger als bei Personen, die eine fleischreichere Ernährung bevorzugten. „Diese positiven Auswirkungen der pflanzlichen Ernährung lassen sich in allen Bevölkerungsgruppen finden, einschließlich der Raucher“, erklärt Kühn, was die Ergebnisse besonders robust macht.
Eine weitere faszinierende Erkenntnis der Studie ist folgende: Personen, die sich ausschließlich pflanzlich ernährten, jedoch eine ungesunde Ernährungsweise pflegten – also wenig frische Lebensmittel konsumierten, dafür aber vermehrt auf verarbeitete Lebensmittel wie Weißmehlprodukte, abgepackte Snacks und zuckerhaltige Limonaden zurückgriffen, wiesen keinerlei gesundheitliche Vorteile auf.
Es existieren mittlerweile zahlreiche epidemiologische Studien aus verschiedenen Ländern, die nahezu einstimmig zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Sabrina Schlesinger ist mit vielen dieser Studien vertraut. Als Leiterin der Arbeitsgruppe für systematische Reviews am Deutschen Diabetes-Zentrum war sie an zahlreichen Metastudien beteiligt, in denen dutzende oder sogar hunderte Ernährungsstudien weltweit analysiert wurden. Schlesinger betont, dass die Ergebnisse recht eindeutig sind: „Das Risiko für chronische Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, koronare Herzerkrankungen, Schlaganfall und insbesondere Dickdarmkrebs steigt kontinuierlich mit der Menge an konsumiertem Fleisch. Aus medizinischer Sicht wäre eine Annäherung an die Empfehlung einer fleischlosen Ernährung angebracht.“ Schlesinger stellte in ihren Metastudien sogar noch deutlichere Vorteile einer pflanzlichen Ernährung fest als Kühn.
Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), bis zu 300 Gramm Fleisch pro Woche zu konsumieren, basiert auf einem mathematischen Modell, das unter Berücksichtigung der umfangreichen weltweiten Studienlage entwickelt wurde. Dieses Modell ist streng wissenschaftlich und nicht willkürlich erstellt worden.
Die DGE möchte mit dieser Empfehlung auch die Lebensrealität der Menschen berücksichtigen, wie eine Sprecherin der Organisation betonte. Für viele Fleischliebhaber erscheinen bereits 300 Gramm pro Woche als wenig. Die Grundlage des DGE-Modells sind daher auch die typischen Ernährungsgewohnheiten. Die „Nähe zum üblichen Verzehr“, wie es im Methodenpapier der DGE heißt, macht 40 Prozent der Gewichtung der Ernährungsempfehlung aus. Dies ist eine wichtige technische Größe, um realistische Lebensmittelkombinationen im Modell zu ermöglichen, so die Sprecherin. Die Gesundheitsaspekte werden dabei mit 35 Prozent gewichtet, während 25 Prozent den Umweltaspekten zugeordnet werden.
Es ist verständlich, dass die DGE darauf bedacht war, eine realistische und akzeptable Empfehlung auszusprechen, die den Ernährungsgewohnheiten vieler Menschen entspricht. Eine drastische Reduzierung oder der Verzicht auf Fleisch hätte wahrscheinlich auf Widerstand gestoßen und könnte als übermäßige Einschränkung empfunden werden. Die Empfehlung, bis zu 300 Gramm Fleisch pro Woche zu essen, wurde wahrscheinlich auch unter Berücksichtigung solcher gesellschaftlicher und politischer Aspekte getroffen.
Markus Söders Kritik und die Bedenken bezüglich einer vermeintlichen Einschränkung persönlicher Freiheiten spiegeln eine weit verbreitete Haltung wider, die auch von einigen Teilen der Bevölkerung geteilt wird. Es ist wichtig, dass ernährungswissenschaftliche Empfehlungen nicht als Bevormundung wahrgenommen werden, sondern als wertvolle Richtlininen für eine gesündere Lebensweise.
Es stimmt, es gibt noch einige Wissenslücken in Bezug auf den optimalen Fleischkonsum und die Auswirkungen auf die Gesundheit. Besonders wenn es darum geht, ob der Konsum von 300 Gramm Fleisch pro Woche im Vergleich zum Verzicht noch einen signifikanten Unterschied macht, gibt es weniger klare Erkenntnisse.
Dies liegt unter anderem daran, dass andere Lebensstilfaktoren wie Bewegung, Alkoholkonsum und Rauchen einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit haben und es schwierig sein kann, die spezifischen Auswirkungen des Fleischkonsums isoliert zu betrachten. Darüber hinaus kann die Qualität und Zubereitung des Fleisches eine Rolle spielen, ebenso wie die gesamte Ernährungsgewohnheiten einer Person.
In Bezug auf Fischkonsum gibt es unterschiedliche Ansichten. Während einige Studien den gelegentlichen Verzehr von Fisch positiv mit der Gesundheit in Verbindung bringen, ist die Evidenz hier nicht eindeutig, und weitere Forschung ist erforderlich, um die genauen Auswirkungen zu verstehen.
Es ist wichtig zu beachten, dass insbesondere Veganer darauf achten müssen, eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen, um potenzielle Mängel an wichtigen Nährstoffen wie Vitamin A, B2 und B12, Eisen, Calcium, Jod und Zink zu vermeiden. In einigen Fällen kann es notwendig sein, diese Nährstoffe durch Nahrungsergänzungsmittel zu substituieren.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont, dass der vollständige oder teilweise Ersatz von Milch und Fisch durch pflanzliche Alternativen ohne angemessene Substitution zu Nährstoffdefiziten führen kann. Daher ist es wichtig, dass Veganer ihre Ernährung sorgfältig planen, um sicherzustellen, dass sie alle benötigten Nährstoffe erhalten.
In Bezug auf die Unterschiede zwischen Veganern und Vegetariern gibt es noch wenig belastbare Erkenntnisse darüber, ob eine Ernährungsweise gegenüber der anderen gesundheitliche Vor- oder Nachteile hat. Weitere Forschung auf diesem Gebiet ist erforderlich, um die langfristigen Auswirkungen zu verstehen.
Insgesamt zeigt die Forschung jedoch klar, dass eine pflanzenbasierte Ernährung, insbesondere wenn sie Fleischkonsum reduziert oder ersetzt, viele gesundheitliche Vorteile haben kann. Auch das biologische Alter lässt sich dadurch senken.
Diskussionsfragen zum Thema:
- Fassen Sie den Text zusammen! Welche Informationen sind für Sie am wichtigsten? Welche Lehren lassen sich daraus ziehen?
- Was halten Sie von der veganen Ernährung, ist sie aus Ihrer Sicht gesund?
- Welche gesundheitlichen Vorteile sind mit einer vegetarischen Ernährung verbunden und wie sind diese wissenschaftlich belegt?
- Warum essen wir immer noch so viel Fleisch, obwohl unbestritten ist, dass ein hoher Fleischkonsum mit zahlreichen Zivilisationskrankheiten einhergeht und gleichzeitig die Umwelt belastet?
- Wie kann eine ausgewogene vegetarische Ernährung sicherstellen, dass alle notwendigen Nährstoffe aufgenommen werden, insbesondere solche, die typischerweise in tierischen Produkten vorkommen?
- Welchen Einfluss hat die zunehmende Popularität der vegetarischen Ernährung auf die Lebensmittelindustrie und die landwirtschaftliche Produktion?
- Können all diese Informationen dazu beitragen, dass Sie Ihre Meinung ändern und in Zukunft weniger Fleisch essen?
Aufgabe:
Sehen Sie sich den Film The Game Changers an!



Informativer und gut recherchierter Artikel!