
Was bedeutet das neue Cannabisgesetz für die Autofahrer?
Der Schwellenwert für ein eingeschränktes Fahrvermögen war bisher 1 Nanogramm des berauschenden Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) pro Milliliter Blutserum. Das war der niedrigste im Labor noch sicher nachweisbare Wert. Der Bundestag hat nun per Gesetz einen neuen Grenzwert mit 3,5 Nanogramm festgelegt. Die Schwelle orientiert sich an den Empfehlungen einer vom Verkehrsministerium geleiteten Kommission. Die Arbeitsgruppe setzt sich aus Expertinnen und Experten aus den Bereichen Verkehr, Polizei, Medizin und Recht zusammen.
Der Grenzwert wurde von 3,5 Nanogramm pro Milliliter Blutserum entspricht 0,2 Promille Alkohol. Wer mehr als 3,5 Nanogramm THC im Blut hat riskiert mindestens 500€ Bußgeld und einen Monat Fahrverbot, ähnlich wie bei Alkohol ab 0,5 Promille. Bei gleichzeitigem Konsum von Alkohol und Cannabis werden die Strafen verschärft. Für Fahranfänger in der zweijährigen Probezeit sowie für Personen unter 21 Jahren gilt keine Toleranzgrenze für Cannabis und Alkohol. Jeder Nachweis kann daher als rechtswidrig angesehen werden. Ausnahmen gelten für Personen, denen Cannabis aus medizinischen Gründen verschrieben wurde.
Wie lange darf man nicht nach einem Joint Auto fahren?
Cannabis darf nicht vier bis acht Stunden vor dem Fahren eingenommen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Kontrolle der Grenzwert von 3,5 Nanogramm überschritten wird, ist in diesem Fall sehr niedrig. Dies gilt jedoch nur für Personen, die nur ab und zu oder nur selten kiffen. Beim regelmäßigen Rauchen von Gras oder Haschisch besteht auch die Gefahr, dass der Wert am nächsten Tag über 3,5 Nanogramm liegt. Das kommt daher, dass THC fettlöslich ist und im Gegensatz zu Alkohol unterschiedlich abgebaut wird. Wenn es regelmäßig konsumiert wird, wird es im Körper angereichert. Auch nachdem die berauschende Wirkung von THC abgeklungen ist, kann es im Blut nachgewiesen werden, wenn es dauerhaft konsumiert wird. Wer viel kifft, sollte auf das Fahrrad umsteigen, der neue Grenzwert gilt nämlich nur für Kraftfahrzeuge.
Der Konsum von Cannabis und seine Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit sind komplex und vielschichtig. Die Annahme, dass jemand mindestens 24 Stunden nach dem Kiffen mit dem Autofahren warten sollte, beruhen auf den akuten psychoaktiven Effekten von Cannabis, die die Reaktionszeit, das Urteilsvermögen und die motorischen Fähigkeiten beeinträchtigen können. Diese Effekte klingen in der Regel nach einigen Stunden ab, aber um sicher zu gehen, wird oft ein Zeitraum von mindestens 24 Stunden empfohlen.
Wie lange ist THC nachweisbar und wie wird von der Polizei getestet?
Im Blut kann Cannabis bis zu einen Monat nachgewiesen werden. Und wenn man regelmäßig konsumiert, kann sogar auch drei Monaten nach dem letzten Joint THC im Blut nachgewiesen werden.
THC-Abbauprodukte können im Urin wesentlich länger nachgewiesen werden. Urintests werden bislang von der Polizei für Drogentests im Straßenverkehr verwendet. Bei einmaligem Konsum kann THC im Urin etwa 1-3 Tage nachgewiesen werden. Bei regelmäßigem Konsum kann der Nachweiszeitraum zwei bis sechs Wochen und in Einzelfällen auch länger. Bei sehr intensivem und langanhaltendem Konsum kann THC sogar bis zu drei Monate im Urin nachgewiesen werden.
Allerdings ist ein Urintest lediglich ein Hinweis auf einen aktuell vorliegenden Cannabis-Konsum, da von dem Abbauprodukt keine Wirkung ausgeht.
THC kann auch in Haarproben nachgewiesen werden, wobei die Nachweiszeiten hier mehrere Monate betragen können. Haaranalysen werden jedoch selbst bei der Beurteilung der Fahrtüchtigkeit selten eingesetzt, da die Kosten für eine Haaranalyse zum Nachweis von Drogenkonsum mit 200 bis 300 Euro relativ hoch sind.
Auch Speichel- oder Wischtests, die auf Körperschweiß reagieren, sind im Einsatz. Diese Tests sind aber noch nicht bundesweit im Einsatz. In den Niederlanden, wo ein Grenzwert von fünf Nanogramm gilt, werden solche Speicheltests von der Polizei eingesetzt.
Hat Cannabis die gleiche Wirkung wie Alkohol?
Man darf die Grenzwerte von THC und Alkohol nicht gleichsetzen. Bei 0,2 Promille kann man relativ genau sagen, wie viel Alkohol wann konsumiert wurde und wie es um die Fahrtüchtigkeit steht. Bei Cannabis ist das nicht möglich, da wie schnell der Abbau stattfindet, hängt neben dem Konsumverhalten auch vom eigenen Stoffwechsel ab.
Man muss sich auch von der Vorstellung lösen, dass die Konzentration tatsächlich die Wirkung widerspiegelt. Denn je mehr Alkohol man trinkt, desto höher ist die Blutalkoholkonzentration und desto stärker ist die Wirkung. THC hingegen wirkt über Rezeptoren, verschwindet aus dem Blut, reichert sich aber am Wirkort an. Deshalb ist auch bei sinkenden Konzentrationen eine zunehmende Wirkung zu beobachten.
Wie viel Nanogramm hat man nach einem Joint und ein Dauerkiffer?
Direkt nach dem Konsum eines Joints sind etwa zehn bis 150 Nanogramm THC pro Milliliter im Blut nachweisbar. Bei regelmäßigem Konsum von Cannabis kann 72 Stunden nach Konsumende noch eine Konzentration von mehr als 1,0 ng/ml THC festgestellt werden. Bei minder starkem Konsum ist eine Nachweisbarkeit noch nach 24 Stunden, teilweise noch nach 48 Stunden möglich. Untersuchungen zeigen, dass bei regelmäßigen Cannabiskonsumenten (sogenannten Dauerkiffern) die THC-Konzentration im Blut auch ein bis zwei Tage nach dem letzten Konsum immer noch nachweisbar ist. Diese Werte können erheblich variieren, typischerweise zwischen 1,3 und 6,4 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) Blut. Dies verdeutlicht einerseits die Schwierigkeit der Beurteilung der Fahrtüchtigkeit bei regelmäßigem Konsum und andererseits die Gefahr rechtlicher Konsequenzen im Straßenverkehr.
Hat Cannabis die gleiche Wirkung wie Alkohol?
Man darf die Grenzwerte von THC und Alkohol nicht gleichsetzen. Bei 0,2 Promille kann man relativ genau sagen, wie viel Alkohol wann konsumiert wurde und wie es um die Fahrtüchtigkeit steht. Bei Cannabis ist das nicht möglich, da wie schnell der Abbau stattfindet, hängt neben dem Konsumverhalten auch vom eigenen Stoffwechsel ab.
Man muss sich auch von der Vorstellung lösen, dass die Konzentration tatsächlich die Wirkung widerspiegelt. Denn je mehr Alkohol man trinkt, desto höher ist die Blutalkoholkonzentration und desto stärker ist die Wirkung. THC hingegen wirkt über Rezeptoren, verschwindet aus dem Blut, reichert sich aber am Wirkort an. Deshalb ist auch bei sinkenden Konzentrationen eine zunehmende Wirkung zu beobachten.


Ein Gedanke zu “Cannabis im Straßenverkehr – was der neue THC-Grenzwert für die Autofahrer bedeutet”