
Nahrungsergänzungsmitteln in Pillenform
Vitaminpräparate und ähnliche Produkte in konzentrierter Form sind sehr beliebt. Sie sind in Form von Tabletten, Pulver oder Ampullen erhältlich und umfassen Vitamine wie C, D, B12 sowie Mineralstoffe wie Magnesium, Selen Zink und andere. Das Geschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) floriert und ist milliardenschwer. Häufig sind der Wunsch nach besserer Leistungsfähigkeit im Alltag und im Sport, der Verdacht auf einen Mangel oder das Ziel, eine gesunde Ernährung zu unterstützen, die treibenden Kräfte dahinter. Deshalb nehmen viele Menschen, insbesondere Hobbysportler unkontrolliert Magnesium, Selen, Zink, Vitamin D oder Beta-Alanin zu sich. Dies ist jedoch oft nicht sinnvoll und kann sogar schädlich sein.

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Eine ausgewogene Ernährung ist in der Regel jedoch ausreichend, um dem Körper genügend Vitamine und Nährstoffe zu geben. Nahrungsergänzungsmittel können dazu beitragen, einen Mangel auszugleichen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DEG) betont jedoch, dass sie eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen können. Es sei auch nicht nötig, sich Sorgen zu machen, dass ohne NEMs ein Nährstoffmangel entsteht. Trotzdem nehmen sie viele, wie Wissenschaftler immer wieder feststellen.
Was ist in den Nahrungsergänzungsmitteln enthalten
Nahrungsergänzungsmittel enthalten neben Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen auch sekundäre Pflanzenstoffe wie Aminosäure-, Kreatin- und Beta-Alanin-Präparate.
Beta-Alanin-Präparate verhindern beispielsweise die Ansammlung von Milchsäure in den Muskeln, wirken als Säurepuffer und können dadurch die Kraftausdauer verbessern. Durch die Gabe von Beta-Alanin wird der intrazelluläre Puffer Carnosin in den Muskeln erhöht. Carnosin ist eine Eiweißverbindung, die aus Beta-Alanin und der Aminosäure L-Histidin besteht. Bei richtiger Dosierung und Anwendung kann Beta-Alanin durch die Vergrößerung der Carnosinspeicher die Leistungsfähigkeit im hochintensiven Bereich positiv beeinflussen.
Ob es sinnvoll ist, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, hängt von zahlreichen individuellen Faktoren ab, insbesondere von der sogenannten biochemischen Individualität eines Menschen. Dazu zählen verschiedene Anamnesedaten wie bestehende Grunderkrankungen, die Einnahme von Medikamenten, Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht und Hautfarbe. Weitere wichtige Faktoren sind das Aktivitätsniveau, die Grundernährung und der Lebensstil. Wenn man strukturiert und individuell an das Thema herangeht, kann man besser beurteilen, ob und welche Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein könnten.
Es ist blauäugig, den Werbeversprechen, die vermuten lassen, dass die angepriesenen Produkte nur positive Auswirkungen auf alle haben, unkritisch zu glauben. Jeder sollte wissen, dass eine unüberlegte Zufuhr der Gesundheit schaden kann. Mögliche Überdosierungen und die Nichtbeachtung von Anamnesedaten sind einige der Risiken. Im Bereich des Sports kann die Trainingsanpassung, also die Anpassung an das Training, durch unrichtig dosierte Mikronährstoffe beeinträchtigt werden.
Bestimmte Mikronährstoffe können beim Sport, wenn sie falsch dosiert werden, die Trainingsanpassung, also die Anpassung an das Training, beeinträchtigen. Um eine Verlangsamung der Trainingsanpassung im Kraftbereich zu verhindern, muss die Zufuhr von Antioxidantien beispielsweise mit Fingerspitzengefühl kontrolliert werden.
Können Nahrungsergänzungsmittel Medikamente beeinflussen
Es gibt zahlreiche Wechselwirkungen mit Arzneimitteln. Viele Arzneimittel können Ungleichgewicht in Bezug auf bestimmte Mikronährstoffe verursachen, zum Beispiel durch unterschiedliche Mechanismen im Körper, die den Blutspiegel bestimmter Mikronährstoffe senken oder erhöhen.
CSE-Hemmer oder Cholesterinsynthesehemmer sind nach strenger medizinischer Indikation verordnet und sind sehr sinnvolle und effiziente Medikamente. Zum Beispiel bei erhöhten Blutfettwerten oder im Kontext anderer kardiovaskulärer Risikofaktoren oder Diagnosen. Statine können durch die Hemmung der sogenannten HMG-CoA-Reduktase eine starke Wechselwirkung mit der Synthese von Coenzym Q10 im Körper aufweisen. Der erhöhte Gesamt- und LDL-Cholesterinspiegel im Blut wird durch diese Blockade pharmakologisch sehr effizient reduziert. CSE-Hemmer behindern nun aber nicht nur die Produktion von Cholesterin, sondern auch die Produktion anderer Biomoleküle, wie zum Beispiel des körpereigenen Coenzym Q10. Dieses Coenzym Q10 in unserem Körper für die Energieerzeugung von zentraler Bedeutung. Die Leistung unseres gesamten Organismus kann durch einen Mangel an Q10 beeinträchtigt werden.
Auch die Einnahme unterschiedlicher Vitamin-D-Zubereitungen variiert von Person zu Person erheblich, was sich in den daraus resultierenden Werten zeigt.
Nahrungsergänzungsmittel für Hobbysportler
Sportler verzeichnen unter anderem einen gesteigerten Sauerstoff- und Energieverbrauch. Diese Anforderungen sind nicht nur individuell, sondern auch von der Art des Sports abhängig. Leider lässt sich nicht eindeutig feststellen, wie viel ein Hobbysportler tatsächlich benötigt. Es ist notwendig, den einzelnen Menschen genau zu betrachten und entsprechende Analysen durchzuführen, um die tatsächlichen Vorteile zu bestimmen.
Jedenfalls kommt es vor, dass Nahrungsergänzungsmittel häufig unkontrolliert eingenommen werden. Dazu gehören alles, von Vitaminen und Mineralstoffen bis hin zu Kreatin und veralteten Mischungen. Leider verfügen die Menschen nicht über einn Anzeiger, der eindeutig den Befüllungsgrad bestimmter Mikronährstoffe anzeigen kann.
Was passiert wenn man zu viel Vitamine zu sich nimmt
Dadurch kann der Mensch seiner Gesundheit schaden. So ist etwa Vitamin D, ein Vitamin/Hormon, das fettlöslich ist. Es kann zum Beispiel die Nieren beschädigen, Herzrhythmusstörungen hervorrufen und vieles mehr, wenn es überdosiert wird. Ein übermäßiger Zinkzufuhr kann auch den Eisenhaushalt durch verschiedene physiologische Prozesse negativ beeinflussen.
Bei Überdosierung können sich fettlösliche Vitamine (A, D, E und K) im Körper anreichern, was zu Gesundheitsproblemen führen kann. Darüber hinaus kann ein übermäßiger Konsum von wasserlöslichen B-Vitaminen wie Folsäure und Vitamin B12 das Risiko für bestimmte Tumorarten erhöhen.
Man sollte auch den Produkten, die in Apotheken, online oder in Drogeriemärkten als „extra für Sportler“ angepriesen werden und einen allgemein erhöhten Bedarf in sämtlichen Bereichen decken sollen, skeptisch gegenüberstehen.
Neben Vitamin C ist Magnesium eines der beliebtesten Nahrungsergänzungsmittel, da es im menschlichen Körper wichtige Funktionen erfüllt. Es wird oft im Zusammenhang mit Muskelkrämpfen im Sport erwähnt, da diese tatsächlich auf einen Magnesiummangel hinweisen können. Magnesium aktiviert über 300 Enzymsysteme im Körper und reguliert die Erregungsleitung in Nerven- und Muskelzellen, wodurch es ein wichtiger Co-Faktor ist. Es spielt eine bedeutende Rolle bei der Muskelkontraktion und gehört zur Natrium-/Kalium-ATPase. Dieses Enzym befindet sich in der Zellmembran und transportiert Natrium- und Kaliumionen aus der Zelle. Die Natrium/Kalium-Pumpe wird durch Magnesium reguliert, und ein Magnesiummangel beeinträchtigt ihre Funktion, was zu einer Störung der Erregungsleitung in Nerven- und Muskelzellen führt.
Wie sinnvoll sind Salztabletten und Proteinpulver
Eine veränderte neuronale Ansteuerung der Muskulatur, die sich in Krämpfen äußert, kann jedoch oft durch andere Faktoren wie übermäßige Natriumverluste, energetische Unterversorgung, übermäßige Belastung und andere Ursachen verursacht werden.
Salztabletten können für einige Athleten unter gewissen Umständen sehr hilfreich sein, um einem übermäßigen Natriumverlust entgegenzuwirken. Allerdings ist bekannt, dass der Körper sehr starke Regulationsmechanismen hat, um einem besorgniserregenden Rückgang der Natriumkonzentration entgegenzuwirken. Auch hier ist es sinnvoll, sich individuell einzusetzen.
Hochwertige Eiweiße spielen in der Regenerationsphase eine wichtige Rolle. Allerdings stellt sich die Frage, ob alle diese Mainstreamprodukte tatsächlich die angebliche Wirksamkeit aufweisen, oder ob eine Proteinzufuhr aus hochwertiger LM im Vergleich dazu denselben Effekt erzielen kann. Es muss klar sein, dass es erhebliche Unterschiede in der Wirksamkeit von Proteinen gibt.
Was müssen Hobbysportler noch beachten
Die Blutwerte und Laborwerte sollten überprüft werden, ebenso wie die Punkte in Bezug auf Anamnese, Grunddaten usw. Es ist wichtig, eine sachkundige und verantwortungsbewusste Bewertung durchzuführen und eine sinnvolle Strategie zu entwickeln, die darauf abzielt, den Körper gesund zu halten und eine positive, individuelle Leistungsentwicklung mit sich zu bringen.
Um das System stets auf dem neuesten Stand zu halten, müssen individuell sinnvolle Follow-Up-Analysen in den relevanten Bereichen durchgeführt werden. Die daraus resultierenden Ergebnisse und Strategien sind nicht für immer in Stein gemeißelt und müssen regelmäßig überprüft und angepasst werden.
Süßungsmittel sollten auf keinen Fall in dem Nahrungsergänzungsmittel enthalten sein, weil diese Stoffgruppe sich negativ auf das Mikrobiom und damit auf verschiedene physiologische Systeme in dem Körper negativ auswirkt.





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