Schüler, die immer wieder auf ihr Handy starren, schaffen es nicht, zu lernen. Eine gezielte Verwendung von Mobiltelefonen im Unterricht kann jedoch auch den Lernerfolg verbessern. Dies zeigen aktuellen Studien.

Schüler benutzt das Smartphone im Unterricht
In den Niederlanden, im Vereinigten Königreich und in Neuseeland wird bereits versucht, Handys von der Schule auszuschließen. Im Februar verlangte auch die Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, Karin Prien, von Schulen ein Verbot von Handys. Die Industriestaatenorganisation OECD hat jetzt eine Untersuchung zu diesem Thema veröffentlicht und empfiehlt, Mobiltelefone im Schulunterricht verantwortungsbewusst einzusetzen.
Die Studie besagt, dass strenge Handyverbote in Schulen nicht die einzige Lösung sind. Auch wenn es verboten wäre, würden durchschnittlich drei von zehn Schülerinnen und Schülern heimlich an ihren Handys hantieren. Es wurde außerdem festgestellt, dass Schülerinnen und Schüler, die keine Smartphones in der Schule verwenden dürfen, eher dazu tendierten, auch nachts ihre Handys nicht auszuschalten.
Die Studie behauptet auch, dass mobile Endgeräte seit der Coronapandemie ein unverzichtbarer Bestandteil des Schulunterrichts geworden sind und dass ihre Vorteile nachgewiesen wurden. Schülerinnen und Schüler, die mit mobilen Endgeräten jeden Tag eine bis fünf Stunden lernten, hatten eine bessere Leistung als Schülerinnen und Schüler, die dies nicht getan hätten. Die OECD warnt gleichzeitig auch davor, dass Schülerinnen und Schüler, die ihr Handy im Unterricht für private Zwecke nutzen, einen erheblichen Rückgang des Lernens erleiden.
Die OECD stellte anhand von Schülerbefragungen fest, dass durchschnittlich 65 Prozent angeben, dass sie im Mathematikunterricht vom Handy abgelenkt werden. Infolgedessen war der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die sich durch die private Handynutzung von Kameradinnen und Kameraden abgelenkt fühlten, mit 59 % nahezu gleich hoch. Die OECD-Studie ergab, dass Schülerinnen und Schüler, die häufig von Handys abgelenkt werden, einen Lernrückstand von einem dreiviertel Schuljahr aufweisen. Demnach waren die Lernergebnisse besonders schlecht, wenn sie während des Unterrichts mehr als eine Stunde am Handy herumspielten.
Benachrichtigungen für den Unterricht ausschalten
Es wird in der Studie festgestellt, dass es weniger Ablenkung geben würde, wenn die Schüler gezwungen würden, Benachrichtigungen auf ihren Handys während des Unterrichts auszuschalten. Andernfalls würden viele das Gefühl haben, dass sie auch im Unterricht auf private Nachrichten reagieren müssen.
Darüber hinaus zeigt die Untersuchung, wie sehr sich viele junge Menschen von ihren Smartphones abhängig machen. 43 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler in Frankreich gaben an, dass sie sich nervös oder ängstlich fühlen, wenn ihr Handy nicht dabei ist. Diese Schülerinnen und Schüler hatten schlechtere Leistungen, waren mit ihrem Leben weniger zufrieden, hatten weniger Kontrolle über ihre Gefühle und waren weniger belastbar für Stress.
Diskussionsfragen zum Thema:
- Sollten Ihrer Meinung nach Smartphones als pädagogisches Werkzeug im Unterricht integriert werden und wenn ja, wie kann sichergestellt werden, dass sie effektiv und nicht ablenkend eingesetzt werden?
- Inwiefern beeinflusst der Zugang zu Smartphones die soziale Dynamik und das Wohlbefinden der Schüler innerhalb der Schulgemeinschaft?
- Wie verändert die Nutzung von Smartphones die Art und Weise, wie Schüler Informationen suchen und verarbeiten und welche langfristigen Folgen könnte dies für ihre Bildung haben?

Ein Gedanke zu “Warum Smartphones in der Schule erlaubt sein sollten”